Durch Mahd von Teilflächen der Brache entstehen hoch- und niederwüchsige Bereiche. Die kurzrasigen Flächen eignen sich als Jagdflächen für verschiedene Vogelarten, wie zum Beispiel den Neuntöter (Lanius collurio). Die hochwüchsigen Stellen können hingegen als wichtiger Rückzugsort fungieren.
Viele Tiere profitieren von Ruhezonen im Winter. Sie dienen als Rückzugsort in der kahlen Winterlandschaft und als wichtige Nahrungsquelle. Die Fläche mit dem Aufwuchs kann zusammenhängend sein oder aus mehreren einzelnen Flächen bestehen. Mögliche Beobachtungsmethode: Um die 25 % zu kontrollieren, stellt man sich am besten alle stehengelassenen Pflanzen auf der Fläche zusammen vor. Diese Fläche muss gesamt ein Viertel bedecken
Für jeden Biotoptyp gibt es typische, charakteristische Pflanzenarten, an denen du den Lebensraum und auch seine Qualität erkennen kannst. Vielleicht kommen manche Arten noch nicht oder nicht so häufig bzw. regelmäßig auf deiner Fläche vor. Indem du bestimmte Zeigerarten beobachtest und ihr Vorkommen, oder auch Nicht-Vorkommen, aufschreibst, entsteht ein Bild über die Reaktion des Lebensraumes und seiner Arten auf Umwelt- und Bewirtschaftungseinflüsse. Dieses Wissen ist für alle von unschätzbarem Wert.
Mehrjährige („zweijährige“ und „ausdauernde“ Arten) Pflanzenarten erkennst du daran, dass ein starkes Wurzelsystem ausbilden, aus dem sie im Frühjahr oder nach dem Schnitt wieder austreiben können. Überdecken „mehrjährige“ Pflanzenarten den Boden ist es für Samen schwer zu Keimen, da das Licht fehlt. „Ein- und Zweijährige“ Arten sind darauf angewiesen, dass sie sich aus ihren Samen erneuern. Sie bilden reichlich Samen (beliebtes Winterfutter für Wildtiere), die auf den Erdboden fallen und Licht zur Keimung brauchen. Für einen Bestand mit hauptsächlich „einjährigen“ Pflanzenarten sind junge Ackerbrachen, entsprechende Saatgutmischungen, sowie trockene, sandige und nährstoffarme Ackerböden ideal.
Gräser werden hauptsächlich durch Windverfrachtung der Pollen bestäubt. Daher haben sie keine auffällige Blütenpracht entwickelt. Die meisten Gräser unterscheiden sich für den Laien kaum in Gestalt und Form, da sich viele im Groben sehr ähnlich sind. Kräuter hingegen sind auf Insekten zur Bestäubung angewiesen und haben daher ihre Blüten in Form, Farbe, Geruch und Nektarangebot individuell entwickelt. Je höher das Blütenangebot und die Blütenvielfalt, umso mehr Unterschiede in Blatt- und Pflanzenform werden geboten. Das Struktur- und Samenangebot erhöht die Lebensraumqualität für sämtliche Tierarten.
Einjährige Pflanzen sind kurzlebig, d.h. sie haben ein einfaches Wurzelsystem, bilden nach der Blüte sehr viele Samen (Winterfutter für Wildtiere) und sterben dann ab. Nur die Samen überdauern den Winter. Diese Pflanzenarten sind darauf angewiesen, dass die Samen zur Reife kommen und der Bestand lückig ist, damit Licht auf den Boden zur Keimung gelangt. Tipps für Fortgeschrittene: Umbruch zeitlich staffeln, um unterschiedliche Keimbedingungen zu schaffen. Den Rand nicht umbrechen, um unbeliebte Arten wie die Ruderal-Trespe (Bromus sterilis) außen vorzulassen. Anlage der Brache nach Wintergetreideanbau durch Verzicht auf Stoppelsturz und Spontanbegrünung.
Flächenzugänge sind aufgrund des zu kurzen Verpflichtungszeitraums ab dem MFA 2027 leider nicht mehr möglich.
Wenn die Indikatoren auf Ihren Flächen festgelegt sind, dann werden diese in einem sogenannten „Fahrtenbuch“ ausgedruckt und Ihnen zugeschickt. Danach werden die Indikatoren von Ihnen laufend beobachtet und dokumentiert. Wie die Flächen bewirtschaftet werden, entscheiden Sie selbst.
Das Dokumentationswerkzeug für die EBW ist das Fahrtenbuch. Es heißt so, weil Sie während Ihrer ganz normalen Ausfahrten für die Flächenbewirtschaftung ein Auge auf die EBW Flächen haben sollen und dabei die Indikatoren oder andere interessante Details dokumentieren. Ihr persönliches Fahrtenbuch wird Ihnen zugeschickt und enthält alle festgelegten Indikatoren und auch Tipps, wie Sie den Zustand der Fläche erhalten oder verbessern könnten. Die Beobachtungen können dann ganz einfach mittels einer neu entwickelten App am Handy eingegeben werden. Mit dieser App können Sie auch Fotos oder Skizzen Ihrer Beobachtungen hochladen. Selbstverständlich besteht alternativ die Möglichkeit, Ihre Dokumentation auf Papier zu erledigen. Auch dazu gibt es für Sie vorbereitete Unterlagen.
„Ich bin schon als Kind bei den Ameisenhaufen gesessen und habe beobachtet, was dort passiert. Diese Neugierde ist auch heute noch nicht gestillt. Derzeit beschäftige ich mich mit Hummeln und Wildbienen. Man braucht Geduld, um das alles zu lernen. Man sieht verschiedene Formen und Farben, hört verschiedene Gesänge und irgendwann weiß man dann auch, wo man welche Art antreffen kann. Wenn man die Fläche beobachtet und aufschreibt, was man tut, dann fängt man zum Nachdenken an.“
In der EBW-Zeitung lesen Sie über interessante Beobachtungen, große und kleine Erfolge sowie spannende Erkenntnisse von EBW-Bäuerinnen und -Bauern.
